Paris Nord: Die 5 besten Plätze an denen du Graffiti und Streetart findest

Überall in Frankreich steigt explosionsartig das Interesse an Streetart, die heute auch gerne als Post-Graffiti bezeichnet wird. Paris und Seine-Saint-Denis sind die Heimat besonders vieler urbaner Graffitikünstler und einer fantastischen Streetart-Szene. Hier vermischen sich die Stile auch gerne mal zu Calligraffiti oder Graffitiart.

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Streetart kennt heute ja so ziemlich jeder von der Straße oder zumindest aus seinem Instagram-Feed. Ob politisch, bunt oder frech – die durch Stencils (oder halt Schablonen) aufgesprühten Bilder, geklebten Plakate, Tags oder Skulpturen versüßen den Weg zur Arbeit mittlerweile in jeder größeren Europäischen Stadt. Besonders ansehnliche urbane Kunst gibt’s im Norden von Paris. Denn, Paris und Seine-Saint-Denis sind die Heimat besonders vieler urbaner Graffitikünstler und einer fantastischen Streetart-Szene.

Außerdem ist die Hood im Norden auch für die typischen “Camions Parisiens” bekannt. Lässt man seinen weißen Transprorter zu lange unbaufsichtigt herumstehen, ist er sicherlich bald mit bunten Graffitis und Characters übersäht. Beste mobile Werbung für den Sprayer.
Calligraffiti gibt’s hin und wieder auch zu sehen, ist aber eher selten. Die ist im Gegensatz zur klassischen Streetart viel ursprünglicher, nämlich die Kombination von Kalligraphie und Graffiti. Kalligraphie ist die Kunst des schönen und abstrakten Schreibens und kann verschiedene Formen annehmen. Zum Beispiel die von einem sogenannten “Mural” auf den grauen Wänden der Großstadt.

Das Augenmerkt liegt bei Graffitiart in Paris oft auch auf der Arbeit von Künstlern, die den öffentlichen Raum innovativ nutzen oder Graffiti ausstellen und verkaufen wollen. Die nicht-öffentlichen “Werke” werden in meist kleinen Galerien in Saint-Ouen oder Montmartre (Eintritt übrigens fast immer frei) ausgestellt. Man findet sie aber auch in Form von interkulturellen Projekten, die man auch im Touri-Modus besonders in Montmartre und Saint-Ouen leicht findet.

Immer beliebter werden gerade auch Graffiti-Touren im Nord-Osten von Paris. Bei einem gemeinsamen Ausflug werden einem die besten Pieces von ortskundigen Nordparisern gezeigt. Da der Bezirk Saint-Denis urbane Kunst – also vor allem Graffiti und Streetart – Dank des großen, öffentlichen Interesses immer mehr fördert, gibt es inzwischen sogar richtig coole Führungen. Die sind meist in Zusammenarbeit mit den ansässigen Artists entstanden. Wenn jemand darauf keinen Bock hat, kein Problem: Plant doch einfach eure eigene Tour. Ideen finden sich genug in meinen top 5 Plätzen der Graffiti- und Streetart-Szene in Nordparis:

1. Saint-Denis & Canal d’Ourcq

Wer schon den Eiffelturm bestiegen, die Mona Lisa bestaunt und am Canal Saint-Martin entlang spaziert ist, der sollte sich mal in den Pariser Norden trauen. Dort entdeckt man ein Paris, wie man es kaum gesehen hat: bunt, wild und urban. Nach einer Guaté-Mao-Tour durch Saint-Denis zischt man am besten zum Canal d’Ourcq. Da sieht der findige Flaneur den Graffiti-Spot am Kanal schon von der Rue de l’Ourcq aus. Die liegt im 19. Arrondissement. Hier finden sich zig Bilder von Sprühern wie Artof Popof, Dacruz oder Sañez. Es gibt aber auch einige abstraktre Fresken und verschiedene Kollaborationen von verschiedenen Streetartists. Diese Ecke der Nordstadt ist übrigends auch unter Pariser Street-Art-Kennern noch ein Geheimtipp.

2. Le mur des femmes à Saint-Ouen

Gleich um die Ecke von der Metrostation Mairie de Saint-Ouen (hinter der futuristischen Eishockeyhalle) tummeln sich immer mal wieder junge Gestalten mit großen Objektiven. Ob Blogger, Insta-Poser oder Profifotograf – die Graffitiwand in der Rue du Dr. Bauer ist ein beliebtes Motiv. Das liegt daran, dass sie nur einen Steinwurf entfernt vom XXL-Flohmarkt, den “Puces de Saint-Ouen”, liegt. Außerdem waren hier vor allem Künstlerinnen am Werk. Die haben sich dem Thema Frauenpower im Pariser Banlieue gewidment und sich hier mit ihren wunderschön weiblichen Motiven verewigt. In der “Village des Puces de Saint Ouen” befindet sich übrigens eine weitere “Mur Saint-Ouen”, die ständig neu bemalt wird.

3. Marché aux Puces

In Saint-Ouen ist das Prisma der urbanan Küste besonders bunt: Es gibt Graffiti und krasse Perspektiv-Bilder, Collagen, Mosaike und natürlich Monsieur Chat. Hier sieht man Streetart so: Viele Künstler arbeiten sich an den Wänden der Stadt ab, die sie immer und immer wieder übermalen. So gibt’s für die Passanten ein quasi bei jedem Besuch anders gestaltetes Viertel zu sehen. Und vor allem machen die Künstler die graue Vorstadt zu einer schöneren, bunteren Stadt. Wenn ihr die Pieces in der Gegend optimal erkunden wollt, orientiert euch an der Rue des Rosiers, die einmal quer durch den Stadtteil führt und biegt auch hin und wieder mal in eine der kleinen Seitenstraßen. Hier verstecken sich wahre Perlen der urban arts. Motto: Treiben lassen.

4. Le 6B in Saint-Denis

Electro-Party, Graffitikünstler und soziale Projekte: In Saint-Denis ist der ehemalige Bürokomplex mit der Hausnummer 6b zu einem Hot-Spot des urbanen und kulturellen Lebens erblüht. Es ist ein Gebäude, dass ein bisschen wie ein besetztes Haus wirkt. Ist es aber nicht. Trotzdem geht es bunt und alternativ zu. Eingekeilt zwischen der Seine und dem Canal Saint-Denis, bietet “das 6B” seit mehr als 4 Jahren Raum für einige der besten Pariser Parties. Außerdem haben hier viele Bands ihre Proberäume, es gibt Künstlerateliers und Gemeinschaftsprojekte. Aber vor allem: an jeder Ecke jede Menge Graffiti. Bald soll der Partyspaß aber vorbei sein, dann ist das Gebäude wieder nur privat zugänglich. Falls hier es also noch mal einen Rave gibt, solltet ihr euch den auf keinen Fall entgehen lassen.

Oder ihr kommt einfach mit auf eine virtuelle Tour via YouTube:

Pigalle & Abbesses

Pigalle ist als einer der schmuddeligen Bezirke von Paris bekannt. Hier gibt’s viel Party, viel Rotlicht, viel Musik. Gut so. Aber das Viertel im Norden des Pariser Stadtkerns ist auch ein Ort, wo die Menschen wohnen und am Wochenende Spazierengehen. Die Seitenstraßen und Gassen um den Boulevard de Clichy haben auf der einen Seite alles, was man für den französischen Alltag braucht: Bäckereien, Wohnhäuser, Schulen. Aber natürlich auch jede Menge Streetart …

Richtung Abbesses wird es dann schon etwas schicker und die Streetart-Pieces dementsprechend extravaganter. Es geht bei der urbanen Straßenkunst wie auch im Nightlive von Pigalle und der “Street of Sex” darum die Leute zu unterhalten. Die Kunst ist hier weniger politisch. Trotzdem, so einzigartige Skulpturen, Objekte und Plakate findet man nirgendwo sonst. Die Künstlerdichte in Montmarte ist ja sowieso schon rech hoch, doch man versteckt sich schon länger nicht mehr in den verruchten, dunklen Gassen um der urbanen Kunst ausdruck zu verleihen. Man tut es einfach ganz offentlichtlich und selbstverständlich überall: Legal? Illegal? Scheißegal! 😉 Und ob Einheimischer oder Tourist, die Leute lieben diesen Trend!


Mehr Bilder und Schnappschüsse aus dem schönen Nordparis gibt’s auf Instagram!
@LeChatBlog on Instagram 📷💕


All pictures taken by: Sinah Vonderweiden Kristin Tiffert


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